Medium:
ZooFachTrend

Gattung: Fachzeitschrift / Heimtierbranche
Artikel: Kolumne
Ausgabe: 11/2011

Für das Branchenmagazin schreiben wir regelmäßig eine Kolumne.

Dieser absolut subjektive, kritische und ironische Beitrag wurde von der justBE Werbeagentur GmbH verfasst. Wie alles im Leben kann er ernst zu nehmende Komponenten beinhalten und darf durchaus zum Nachdenken oder Nachvollziehen einladen.

 



Vollständiger Textbeitrag:


zoofach_11_2011_innenVon Eichhörnchen, Chaos und optimaler Ladengestaltung …
Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da. Die Blätter färben sich und fallen, Äpfel, Birnen und Nüsse ebenfalls, und in Garten und Feld kann man es an schönen Tagen knuspern hören. Denn die Eichhörnchen sammeln ihren Wintervorrat und fressen sich nebenbei gleich eine dicke Plautze an. Das müssen sie auch – vorsichtshalber – denn sie finden ihren sorgsam versteckten Vorrat oft nicht wieder.

Die Eichelhäher sind ebenfalls in Sachen Vorrat unterwegs. Zehn bis elf Stunden täglich (!) verbringen sie mit der Nahrungssuche. Sie vergraben die Nüsse, Bucheckern und Eicheln einzeln irgendwo am Waldrand. Hochrechnungen haben ergeben, dass sie dabei einen Vorrat von ca. 15kg pro Nase, Verzeihung, Schnabel sammeln. Das sind etwa drei- bis viertausend Nüsse, die sie gar nicht alle fressen können. Die nicht verbrauchten treiben aus – Hähersaat wird das im Fachjargon der Förster genannt.

Wenn doch die Dinge, die wir verlegen und nicht wieder finden können, sich auch so sinnvoll vermehren könnten. Man denke nur an die einzelnen Socken oder die verlorenen Handschuhe. Quasi per Jungfernzeugung hätte man immer mehr als genug von den gleichen und müsste sich nie wieder darüber ärgern, dass der verlorene erst dann auftaucht, wenn der andere in den Müll gewandert ist.

Ja, ja, Ordnung ist eben das halbe Leben bzw. das ganze Sockenpaar. Dabei habe ich gerade festgestellt, dass mein Kleiderschrank den neuesten logistischen Erkenntnissen entspricht, nämlich der dynamischen Lagerhaltung. Die sortiert nicht mehr nach gleicher Art, sondern Stückgut gleicher Größe wird platzsparend zusammen gelagert. Jetzt ist das mit der Barcode-Kennzeichnung bei Socken etwas kompliziert, weswegen diese Form der Lagerung auch mit dem Adjektiv „chaotisch“ bedacht wurde, was viel besser zu meinem Kleiderschrank passt als „dynamisch.“

Merke: Die chaotische Lagerhaltung eignet sich nicht für Regalflächen im Einzelhandel! Man stelle sich nur vor, viele kleine Schachteln gleicher Größe fein säuberlich gestapelt, aber eine davon enthält Fischfutter, die nächste Katzenspielzeug, die dritte ein Nahrungsergänzungsmittel für Hunde. Die Dynamik wäre dann vor allem bei den Kunden zu finden, wahrscheinlich auch Chaos, aber man käme sehr leicht ins Gespräch. Der Ladenhalter könnte sich die inzwischen empfohlenen Verweilzonen mit Getränkespender sparen, da sowieso alle furchtbar lange bleiben müssten, um überhaupt etwas zu finden. Es lebe das Chaos.

Kleine Tipps:
  • Eine großzügige Anordnung der Regale erleichtert die Übersicht – ganz nach dem Motto weniger ist mehr
  • Senioren tun sich schwer mit Bückware. Und bevorzugen eine große Beschriftung.
  • Kunden schauen immer erst mal nach rechts. Lichtakzente lenken den Blick verkaufsfördernd.