ZooFachTrend - 6/2011
Medium: ZooFachTrend
Gattung: Fachzeitschrift / Heimtierbranche
Artikel: Kolumne
Ausgabe: 6/2011
Für das Branchenmagazin schreiben wir regelmäßig eine Kolumne.
Dieser absolut subjektive, kritische und ironische Beitrag wurde von der justBE Werbeagentur GmbH verfasst. Wie alles im Leben kann er ernst zu nehmende Komponenten beinhalten und darf durchaus zum Nachdenken oder Nachvollziehen einladen.
Vollständiger Textbeitrag:
Vom Locken, Fangen und verschiedenen Beutestrategien ...Man stelle sich schwarze, tiefe See vor. Eine einsame, leere Wasserwüste. Und dort, inmitten der Finsternis, ein kleines Licht, eine winzige Laterne, man schwimmt darauf zu und – schnapp, hat der Anglerfisch einen gefressen, aber natürlich nur, wenn man ein kleiner Wurm oder Fisch oder so etwas Ähnliches wäre.
Inmitten der großen, weiten Servicewüste Deutschlands kann es doch gar nicht so schwer sein, aufzufallen. Ein winziges Licht am Horizont müsste genügen. Große Handelsketten verfallen aber eher auf die Wieselmethode: so lange wild herumtanzen, bis der Kunde starr vor Staunen und Schrecken ein leichtes Opfer wird. Der Gemeine Tintenfisch erzeugt auf seiner Haut sogar bewegte Bilder. Helle und dunkle Brauntöne wechseln so schnell, dass Beutetieren eine harmlose Landschaft vorgegaukelt wird. Dieses Farbenspiel hat auf die Opfer außerdem eine hypnotische Wirkung, die sie von einer Flucht abhält. Ständige Rabattaktionen und marktschreierische Slogans haben ungefähr denselben lähmenden Effekt.
Andere Beutefangmethode: das täuschende Nachahmen. Glühwürmchenweibchen sind so perfide, dass sie mit den Paarungssignalen anderer Glühwürmchenweibchenarten deren Männchen betören, um sie einfach aufzufressen. An der Rückenflosse des Seeteufels gibt es ein Anhängsel, das einem Regenwurm ähnelt. Wer den vermeintlichen Wurm fressen will, wird selbst gefressen. Letztendlich ist der Trick einfach: es wird der Bedarf der Beute genutzt, um sie für sich zu gewinnen.
Der ganz besondere Coup: Fanggemeinschaften. Unter 30.000 Spinnenarten weltweit gibt es nur drei, die gemeinsam ihre Netze nutzen. So können sie größere Beutetiere fangen als ihnen sonst möglich wäre.
Kunden sollen selbstverständlich nur angelockt, aber nicht gefressen werden. Die große Kunst dabei ist, wirkungsvoll, aber mit möglichst niedrigem Aufwand zu erreichen, dass ein potentieller Kunde das Geschäft betritt. Und wenn man Glück hat und nett ist und sozusagen hypnotische Anziehungskraft hat, dann kauft er hoffentlich etwas – und das immer wieder.
Kleine Beutefangmethoden für Zoofachgeschäfte:
Das Licht in der Finsternis: Gestalten Sie Ihr Schaufenster einladend und interessant. Es ist Ihr Gesicht, dass Sie dem Kunden zeigen. Verwenden Sie aufmerksamkeitsstarke Kundenstopper.
- Irres Wiesel: Veranstalten Sie vor Ihrem Laden besondere Aktionen in einem konzentrierten Zeitraum, die potentielle Kunden auf Sie und Ihr Geschäft aufmerksam machen.
- Täuschendes Glühwürmchen: Was bietet die Konkurrenz? Können Sie diese Themen ebenfalls nutzen?
- Fanggemeinschaft: Starten Sie eine Werbe- oder Aktionskooperation mit anderen Ladengeschäften in Ihrer Umgebung. Wie können Sie sich ergänzen?
